Inmitten von magischen Bergen

Armin Pörnbacher – Präsident der Oryx Stiftung

Am 26. Juni 2009 wurden die Dolomiten wegen ihrer einzigartigen Schönheit ausgezeichnet und von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Das soll mit einer Kunstausstellung nochmals gefeiert werden. Die Orix Stiftung hat den bekannten Schweizer Landschaftsmaler Bruno Müller-Meyer eingeladen, sich durch die monumentalen und farbenreichen Gebirgslandschaften rund um das Ampezzo-Tal zu neuen Gemälden anregen zu lassen. Der Künstler hat diese Herausforderung im vergangenen Jahr angenommen. Durch die grosszügige Unterstützung der Gemeinde Cortina d’Ampezzo können Bruno Müller-Meyers Dolomiten-Landschaften nun in einer Ausstellung in den Räumen der Comun Vecio in Cortina d’Ampezzo gezeigt werden.

Malerische Lichtinszenierung

Anna Fech

Bereits häufig wurde das Motiv der Dolomiten von Künstlern so wie von Laien interpretiert, denn keiner kann sich ihrer eigentümlichen, imposanten Wirkung entziehen und möchte diese festhalten. Doch scheint es nahezu unmöglich. Wie überträgt man dieses Gefühl, das bei ihrem Anblick wachgerufen wird ins Zweidimensionale?
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Von Luzern bis Mekka

Werner van Gent

Natürlich möchte man Bruno Müller-Meyers jüngstes Werk «Von Luzern bis Mekka» als Dokumentation einer langen und schönen Reise in den Orient betrachten.
Man sucht dabei nach Erkennbarem, findet dies auch schnell, in den grossartigen Landschaften des nahen Ostens etwa, in den Sakralbauten der Geschichte natürlich und im jüngsten Monument der globalen Selbstüberschätzung, dem «Burj Khalifa», jenem 828 Meter hohen Gebäude, das eigentlich Burj Dubai hätte heissen sollen, dann aber nach der Rettung des getrandeten Finanzplatzes durch das Nachbarherrscherhaus Khalifa entsprechend umgetauft werden musste. Wie bei einer realen Reise stechen zunächst vor allem die Kontraste zwischen alt und neu ins Auge.
Doch spätestens beim letzten Bild wirft die Reihe plötzlich Fragen auf, wo doch eine Dokumentation eigentlich nur eine möglichst umfassende Antwort geben sollte auf die Frage «wo warst Du und wie sieht’s dort aus?».
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Von Luzern bis Mekka

Bruno Müller-Meyer

... Die Heiligtümer von Mekka und Medina sind grundsätzlich nur Muslimen zugänglich. Zahllos sind die Motive, die ein Maler von hier nach da wählen könnte, aber 36 ist eine gute Zahl um damit diesen Gedächtnisraum in einem Gesamt darzustellen.

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100 Porträts für die Skulpturschweiz

Bruno Müller-Meyer

In der Zeit vom Herbst 2005 bis Ende Mai 2009 habe ich hundert Porträts von Menschen gemalt, welche durch den Kauf ihres Bildes die Skulpturschweiz unterstützen wollen. Skulpturschweiz – so heisst das Projekt der gleichnamigen Stiftung, die auf dem stillgelegten Abschnitt des Militärflugplatzes in Ennetbürgen eine Plattform für aktuelle Kunst entstehen lässt. Meine Porträts in Öl auf Leinwand haben alle das Format 65 x 50 cm. Sie werden vom 4. bis 12. Juli 2009 in der Ausstellung „100 Porträts für die Skulpturschweiz“ im Gemeindesaal Ennetbürgen präsentiert.

Die Unterstützungsaktion für die Ennetbürger Kunst-Plattform brachte dank einer breiten Gönnerschaft notwendige finanzielle Mittel. Sie ermöglichte zudem zahlreiche neue Bekanntschaften mit Kunstinteressierten. Die hundert Porträtierten halten gewissermassen für die Skulpturschweiz ihren Kopf hin. Die gemalten Porträts werden auch in Zukunft an ihren jeweiligen Standorten Anlass geben zu Gesprächen über die Skulpturschweiz. In diesem Sinne hoffe ich, dass meine Porträt-Aktion nachhaltig wirken wird
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Motiv und Motivation

Bruno Müller-Meyer

Bei uns zu Hause hing über dem Sofa ein Matterhorn. Weil ich das von einem Hobbymaler gespachtelte Gemälde kopieren wollte, schenkte mein Vater dem kleinen Buben Ölfarben. Das Matterhorn brachte mich also zur Malerei.

Mein eindrücklichstes Bergerlebnis hatte ich später im Himalaya. 1974 reiste ich auf dem Landweg dorthin und kam auf 5500 Metern in ein Hochtal, wo die weissen Riesen direkt vor mir in den Himmel ragten. In Kathmandu bestieg ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Flugzeug, sah die Südseite des Mount Everest und fühlte den Hochhimalaya unter mir.

Es ist seither sehr oft die vertikale Bewegung, die mich inspiriert und die ich wie mit der Wirbelsäule spüre, wenn ich im Bildfindungsprozess ein Motiv entwickle. Motiv heisst denn auch übersetzt Beweggrund. In der Alpenlandschaft finde ich viele Anregungen zu Bildern: Die Viertausender sind für mich die Wolkenkratzer der Schweiz. Bekanntlich hat die Alpenmalerei eine lange Tradition. Dennoch reizt mich seit meiner Studienzeit die Herausforderung, mich mit dieser Bildtradition zu messen.
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Seelenlandschaften

Bruno Müller-Meyer malt seit 1999 in einem Atelier an der Langensandbucht auf der Horwer-Halbinsel am Vierwaldstättersee. Angeregt durch das tägliche Beobachten von See, Bergen, Himmel und Wolken versucht er die malerischen Möglichkeiten neu zu erkennen, welche im Thema der heimischen See- und Berglandschaft liegen. Schon während seiner Studienzeit setzte er sich mit den Landschaftsbildern von Alexandre Calame und Ferdinand Hodler auseinander und unternahm seither in verschiedenen Arbeitsphasen den Versuch, das Alpengenre als Maler wieder zu beleben.

In seinen neusten Bildern hat er durch Vereinfachung des Motivs und Strenge der Komposition zu einer beruhigten Naturdarstellung gefunden. Spürbar ist sein Wille zur Klarheit, mit dem er danach strebt, reiner Natur Gestalt zu geben. Menschliche Figuren fehlen in seinen Landschaften, ebenso Merkmale der Zivilisation. Anekdotisches würde die packende und direkte emotionale Wirkung nur schwächen. Befreit von den Zeichen eines bewohnten und historischen Raumes werden die Motive so zu Seelenlandschaften und zum Resonanzraum vielfältiger Empfindungen.